Landesausstellung 2010: Rückblick

Landesausstellung 2010

 

 

 

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Bilder v.l.n.r.

Bild 1 Landeshauptmann Dr. Josef Pühringer, Johannes Eichinger, Franziska Greslehner
Bild 2 NR Großruck, Bgm. Pachner, Ehepaar Hug, LH Pühringer, Superintendentialkurator Eichinger
Bild 3 Landeshauptmann Dr. Josef Pühringer, Stefanie Pöttinger mit ihrer Mutter Ulrike Pöttinger, Bürgermeisterin Maria Pachner
Bild 4 Landeshauptmann Dr. Josef Pühringer, Michael Deisl, Alexandra Enzlmüller und Bürgermeisterin Maria Pachner
Bild 5 Bundespräsident Dr. Heinz Fischer mit Gattin Margit, NR Wolfgang Großruck, LH Dr. Josef, Mag. Karin Kerb
Bild 6 Landeshauptmann Dr. Josef Pühringer, Bürgermeisterin von Grieskirchen Maria Pachner und Mag. Reinhold Kräter

 

 

 

 

 

Zahlen/Daten/Fakten

 

 

Insgesamt haben 233.270 Gäste die Ausstellung in Schloss Parz besucht. Weiters haben 81.205 Personen die flankierenden Projekte besucht:
• 16.289 Personen das "Zentrum 2010" Grieskirchen,
• 10.000 Personen die Ausstellung "Die Jörger" auf Schloss Tollet,
• 27.896 Personen den "Kometor" in Peuerbach,
• 20.000 Personen den Themenweg in Wallern und
• 7.020 Personen die Ausstellung „Fröhliche Auferstehung“ im Evangelischen Museum OÖ in Rutzenmoos
Die Landesausstellung „Renaissance und Reformation“ befindet sich damit an 15. Stelle der 28 Ausstellungen umfassenden Bestenliste.

 

 

 

Einige kuriose Zahlen aus der Landesausstellung


(Auszug: Pressekonferenz LH Dr. Josef Pühringer)
• Verbrauch an Trinkwasser bei den Wasserspendern: 6.400 Liter
• Gratis Infoblätter zur Geschichte von Schloss Parz: 27.840 Stück
• Anzahl der Drucke auf der Druckerpresse: 12.160 Stück
• Verbrauch an Farbe zum Drucken: 4,5 Kilogramm
• Verbrauch an Federweiß zum Fixieren der Drucke: 3,8 Kilogramm
• Verbrauch an Walzenblau zum Reinigen der Druckermatrize: 23,5 Liter
• Nahrungsaufnahme durch den Grünen Leguan: 57 Kilogramm Obst, Gemüse und Gräser
• Verkauf von 5.000 Landesausstellungskatalogen

 

 

 

 

 

Eine Bilanz von Superintendent Dr. Gerold Lehner


Ich bin gestern gefragt worden, ob ich traurig bin, dass die Landesausstellung nun zu Ende ist. Natürlich bin ich traurig insofern als diese Landesausstellung ein Erfolg war, und man Erfolge gerne länger genießt. Auf der anderen Seite ist es aber auch gut, dass ein Projekt begrenzt ist, denn es hat auch in der Durchführung sehr viel Einsatz von Zeit und Kraft gekostet. Und dieser Einsatz war auf Seiten der Evangelischen Kirche, der
Pfarrgemeinde Wallern und des Evangelischen Museums zu 100% ehrenamtlich. Die Anspannung der Kräfte war groß, aber sie hat sich gelohnt.

 


DANKBARKEIT

 


Das vorherrschende Gefühl an diesem Tag ist die Dankbarkeit. Die Dankbarkeit darüber, dass diese Landesausstellung „Renaissance und Reformation“ möglich war, dass sie so hervorragend gestaltet wurde und dass sie eine derart gute und breite Resonanz gefunden hat.

 


Der geschichtliche Kontext

 


Man muss diese Landesausstellung in den geschichtlichen Rahmen stellen um sie tatsächlich würdigen zu können. Sie ist nämlich selber ein Stück Geschichte. Sie ist ein Datum und ein Ereignis, das für die Evangelische Kirche in OÖ Bedeutung hat.
1781 wurde das Verbot des Evangelischen Glaubens aufgehoben, „Akatholiken“ wurden toleriert.
1861 erfolgte die Gleichberechtigung, d.h. viele Restriktionen wurden aufgehoben und die Evangelische Kirche konnte ihre inneren Angelegenheiten weitgehend selbstständig ordnen, obwohl man in vielen Bereichen auf die staatliche Zustimmung angewiesen blieb.
1961 kommt es zur vollen Selbstständigkeit und Gleichstellung (freie Kirche im freien Staat).
Betrachtet man diese Entwicklung, die noch nicht lange aus ist, dann kann man ermessen, dass das Jahr 2010 für die Evangelischen in OÖ einen besonderen Klang hat und auch in Zukunft behalten wird. Mit dieser Landesausstellung wurde erstmals jene emotionale Anerkennung ausgesprochen, die Gesetze nicht machen können. Eine emotionale Anerkennung die sagt: ihr gehört zu uns, ihr seid wichtig für dieses Land, wir nehmen euch wahr und wir sind bereit auf unsere gemeinsame Geschichte zu schauen.

 


Dank

 


Deswegen gilt mein Dank in erster Linie dem Land OÖ und im Besonderen Dir, lieber Herr Landeshauptmann Dr. Pühringer. Ohne deinen politischen Willen, dein ja zu Thema und Durchführung, hätte es diese Landesausstellung nicht gegeben. Dieses „Ja“ war zu keiner Zeit ein Lippenbekenntnis, sondern eine Zusage auf die wir uns zu 100% verlassen konnten. Diese Landesausstellung war auch ein Stück Ernte, die wir einbringen durften. Ohne das sich über Jahrzehnte positiv aufbauende Klima zwischen Evangelischer und Katholischer Kirche stünden wir heute nicht da, wo wir stehen. Deshalb gilt mein Dank auch all jenen, die hier über lange Jahre das gute Miteinander gepflegt und damit ein Fundament gelegt haben auf dem auch diese Landesausstellung steht.

 

 

 

Dank

 


Ein Dank gilt selbstverständlich, persönlich und auch stellvertretend Frau Bürgermeisterin Maria Pachner, die mit ihrem Einsatz die perfekten Rahmenbedingungen ermöglicht hat. Ein Dank gilt selbstverständlich auch dem Hausherrn von Schloß Parz, dem Präsidenten der Messerschmidt-
Stiftung Dr. Hans-Heinrich Srbik, ohne dessen effiziente Kooperation manches so nicht möglich gewesen wäre. Ich erlaube mir in diesem Zusammenhang auch eine Bitte, nämlich das Fresko von Schloß Parz in besonderem Maße zu hüten. Es ist ein Schatz, der mir im Laufe dieser Ausstellung immer wichtiger geworden ist, weil dieses Fresko von dem spricht, was Christsein in der Zeit bedeutet, und zwar fernab von jeder Polemik. Dass es dem
Christentum immer um Befreiung geht, dass immer differenziert werden muss zwischen wahren und falschen Göttern, dass der Einsatz für den Glauben mit Leid verbunden sein kann und dass wir endlich alle auf einen neuen Himmel und eine neue Erde warten, auf die himmlische Vollendung.

 


Erfolg in qualitativer Hinsicht

 


Ich möchte nun einige konkrete Punkte anführen:

 

  • Die Landesausstellung war ein Erfolg. Sie war ein Erfolg nicht nur im quantitativen Bereich. Das war sie auch. Bedenkt man, dass wir es hier mit einem geschichtlichen, inhaltsreichen und konfliktbeladenen Thema zu tun hatten, dann muss man sagen, dass auch der quantitative Erfolg herausragend war. Der Erfolg lag aber und liegt vor allem im qualitativen Bereich.
  • Die Qualität der Ausstellung selbst. Es ist in hohem Maße gelungen, das Miteinander der komplexen Zeitströmungen zu zeigen, jede schwarz/weiß Malerei zu vermeiden ohne die Konflikte zu verschweigen oder zu beschönigen.
  • Die Qualität der Außenstellen, des Evangelischen Museums und des Themenweges in Wallern. Dank der finanziellen Unterstützung des Landes, der Kreativität der Fachleute und des unglaublichen Engagements von vielen, vielen Ehrenamtlichen ist es gelungen an beiden Orten museumspädagogisch Hochwertiges zu gestalten. Die Resonanz an beiden Orten war überaus hoch.
  • Die Qualität des Ausstellungskataloges. Hier ist, das darf man ohne Übertreibung sagen, in Inhalt, Ausstattung und Gestaltung ein Meisterwerk gelungen, das weit über die Landesausstellung hinaus wirksam bleiben und als Referenzwerk auch für die Forschung dienen wird. Dass der Katalog noch während der Ausstellung nachgedruckt werden musste und dass er schon vor Ende bereits wieder vergriffen war, spricht für sich. Die Nachfrage ist immer noch hoch, weshalb ich mir auch an dieser Stelle die Bitte erlaube, dass es noch einen begrenzten Nachdruck geben möchte, damit der Katalog in Zukunft nicht als Sammlerstück gehandelt wird, sondern auch für die Bildung in Bibliotheken, Schulen und Pfarren zur Verfügung stehen kann.
  • Die Resonanz im Ausland. Ich kann sagen, dass die Landesausstellung besonders in deutschen Landeskirchen, über Ortenburg hinaus, eine erstaunliche Resonanz gefunden hat. Viele Regionalbischöfe und Dekane sind hier mit Pfarrgemeindegruppen unterwegs gewesen und waren beeindruckt.


Auswirkungen

 


* Die Landesausstellung hat schließlich bereits jetzt Auswirkungen gezeitigt, für die wir dankbar sind und die zeigen, dass diese Landesausstellung eine Tiefenwirkung hat die noch nicht abschätzbar ist.
Ich nenne nur zwei besonders markante Beispiele:
- Die Landesausstellung thematisiert auch jenen Sachverhalt, dass die Reformation keine homogene Bewegung war. Es gab die Bewegung der Täufer, die sich auch kritisch von der Reformation absetzen, weil ihnen diese nicht weit genug ging. Diese Bewegung wurde blutig verfolgt und eine große Zahl der Täufer wurde hingerichtet.
Am 16. Oktober haben wir aufgrund der Landesausstellung einen Studientag mit jenen Kirchen und Gruppen veranstaltet, die in der Tradition der Täuferbewegung stehen: Baptisten, Mennoniten, Freie Evangelikale Gemeinden u.a. Durch die Landesausstellung ist auch der Blick auf dieses Kapitel der Geschichte möglich geworden. Ein Blick im Geist der Versöhnung.
Am 29. Oktober hat die katholische Pfarrgemeinde Waizenkirchen auf Initiative von Dechant Burgstaller zu einer hochkarätig besetzen, ökumenischen Podiumsdiskussion eingeladen, in der wesentlich des ersten evangelischen Märtyrers Leonhard Kaisers gedacht wurde, der 1527 in Schärding verbrannt wurde. Kaiser war Pfarrvikar in Waizenkirchen und die katholische Pfarrgemeinde hat diesen ehemals als Ketzer verbrannten nun als Märtyrer des Glaubens in die eigene Gemeinde „zurückgeholt“. Das ist berührend und zugleich ein Zeichen
für die inhaltliche Tiefenwirkung der Ausstellung.

 


Noch einmal: Danke!

 


Viele Rückmeldungen habe ich bekommen von Pfarrgemeinden, Pfarrerinnen und Pfarrern, Seniorenkreisen und Jugendgruppen, aus dem Bereich der Schulen und des Religionsunterrichtes, aus dem Bereich der Militärseelsorge u.a. Viele aus den anderen Diözesen sind gekommen und haben uns auch ein wenig beneidet um das, was hier möglich war.
Ich könnte noch vieles anführen, denn, „wes das Herz voll ist, des geht der Mund über.“ Ich kann nur mit Dank schließen und vielleicht mit einer Bemerkung, die sie von mir nicht erwarten, die ich aber dennoch anfügen möchte.
Es wird heute viel Kritik an der föderalen Struktur unseres Staates geübt. Ich kann aus meiner Perspektive und mit der Erfahrung dieser Landesausstellung nur sagen: Gut dass es das Land Oberösterreich auch mit diesen Strukturen gibt. Eine Landesausstellung mag kein klassisches Politikfeld sein, sie zeigt aber doch, wie gerade an dieser Schnittstelle hervorragende Arbeit geleistet wird und wie hier im Zusammenwirken von politischen Gemeinden, Bezirken und dem Land sowie den Kirchen und Vereinen und Initiativen Herausragendes und Wichtiges getan wird. Hier wird Politik von Menschen im engen Kontakt und in der Zusammenarbeit erfahrbar.
Das ist gut und deshalb noch ein letztes Mal: Danke für diese Landesausstellung!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


24-01-2019 07:28

 

 

Link: www.evangelisch-sein.at

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